Genussvolles Wandern

Vielleicht kann der eine oder andere Wandern nicht mit Genuß verbinden. Aber glauben Sie mir, es ist möglich. 😉

Vor einigen Wochen läutete bei mir das Telefon und meine Freundin Hildegard war dran: „Hallo Gabi, du weißt doch, ich habe zu meinem runden Geburtstag eine Wanderung als Geschenk bekommen. Hast du nicht Lust mit mir zu kommen. Genußwandern in Südtirol, da passen wir sicher gut zueinander.“

Nachdem ich zu den Menschen gehöre, die gerne über den eigenen Tellerrand hinaus blinzeln, ließ ich diese Gelegenheit nicht aus und sagte zu.

Der Tag der Abreise rückte näher und es fing schon damit an, daß ich mich nicht entscheiden konnte: „Welche Schuhe soll ich denn einpacken? Schwere Wanderschuhe mag ich überhaupt nicht?! Das ist ja wieder mal typisch Frau 😉 Meine Laufschuhe nehme ich auf alle Fälle mit – für den Keschtnweg (Kastanienweg) reichen die allemal.“

Nachdem wir mit dem Bus unterwegs waren und der nicht auf uns warten würde, packte ich dann 3 Paar ein. Wir hatten ja immerhin 3 unterschiedliche Wanderungen vor uns. Als alle Teilnehmer im Bus waren, ging es gleich mit einem opulenten Sektfrühstück los. „Wow, und so sollen wir auch noch wandern?“

Isabella, unsere Reiseleiterin beruhigte – „Das Motto heißt „Genußwandern“ – also meine Lieben, wir haben keine Eile und alles soll schön gemütlich sein.“

Wir fuhren ins Villnößtal und begaben uns auf den Adolf-Munkel-Weg am Fuße der Geislerspitzen. Dieses Panorama war einfach grandios. Die frische Luft, sich zu bewegen, das war ein tolles Gefühl. Getreu unserem Motte ließen wir fast keine Hütte aus, um uns zu stärken und natürlich kamen wir in Südtirol voll auf unsere Kosten. Nach dieser ersten herrlichen Wanderung fuhren wir in unser Hotel in Klausen. 

Einige unserer Damen verdrückten sich gleich in den Wellness-Bereich. „Und was machen wir beide?“ fragte Hildegard. Wir entschieden, daß wir bei diesem traumhaften Wetter lieber im Freien einen HUGO genießen wollten. (150 ml Prosecco, 100 ml Mineralwasser mit viel Kohlensäure, 2 cl Holunderblütensirup, 3 Blätter Minze, Limettenscheibe, Eiswürfel nach Belieben)

Das Getränk des Sommers 2011 sollte uns die ganzen 3 Tage begleiten und natürlich unser Trinkspruch: „Wie kommen wir zusammen? –  Strahlenförmig. Wie gehen wir auseinander? –  Schweren Herzens. Warum?  – Weil wir so sexy sind.“

Der nächste Tag führte uns auf die Plose. Ein komplett anderes Bild als am Vortag bot sich uns. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette und brachte uns zeitweise ganz schön ins Schwitzen. Wir machten uns auf den Weg, denn eine lange Wanderung stand uns bevor. In der Ferne sahen wir die Geislerspitzen leuchten und wir malten uns aus, welche Route wir wohl im nächsten Jahr in Angriff nehmen würden.

Am Abend wurde in Klausen die Kastanienzeit eröffnet und die ganze Stadt war auf den Beinen und wir damit. Diese Nacht war äußerst kurz und daher beschlossen wir, uns mit dem Schlafen zu beeilen.

Der Regen, der sich bereits in der Nacht über uns ergoß, hielt noch in der Früh an. „Der Wetterbericht hätte sich ruhig täuschen können. Genuß-Wandern – da bin ich ja mal gespannt.“

Doch auch Regenwetter hat seine Reize und wenn man einmal unterwegs ist, macht das Naß von oben nichts mehr aus. Eine schöne Wanderung führte uns oberhalb von Feldthurns bis nach Klausen. In Pardell dampfte es nicht nur aus den Kochtöpfen, wir brachten mindestens gleich viel Dampf mit ins Gasthaus, denn unter dem Regengwandl war’s dann doch ganz schön warm geworden. Das köstliche Mittagessen entschädigte uns für das wechselhafte Wetter. Gut gestärkt wanderten wir an unzähligen Reihen von Apfelbäumen und Kastanienbäumen vorbei, das letzte Stück bis nach Klausen. Gerhard unser Buschauffeur baute uns noch auf: „Die Wanderer vom anderen Bus haben heute gestreikt und ich habe ganz stolz erklärt, dass meine  fleißig unterwegs sind – auch bei diesem Wetter.“ Wir dankten es ihm mit dem Geruch aus unseren nassen Schuhen. 😉

Und glauben Sie mir nun, daß Wandern ein Genuß sein kann? Wenn nicht, kommen Sie doch einfach mal mit. Ach ja, ich habe Ihnen noch etwas vorenthalten: „Ich bin die ganzen 3 Tage mit meinen Laufschuhen unterwegs gewesen. Das hätte ich mir ja gleich denken können.“

 

Lieben Sie Schokolade?

Ich war letzte Woche in der Schweiz. Es ist das Land der Schokolade, und um ehrlich zu sein da kann ich einfach nicht widerstehen.

Bei der Heimreise sind wir dann in das nächste Schoki-Geschäft und haben zugeschlagen.

Lieben Sie es auch den Schokolade-Genuß so lange wie möglich hinauszuzögern? Oder können Sie erst die Finger von der Tafel lassen, wenn sie restlos vertilgt ist?

Ich lade Sie zu folgendem Versuch ein:

Nehmen Sie sich mal eine Tafel Schokolade, brechen Sie eine Rippe ab und schlingen Sie diese so schnell wie möglich hinunter.

Es kann gerne noch eine zweite Rippe sein…. Na wie war das?

Und jetzt nehmen Sie mal ein Stück der selben Schoki und riechen mal daran, dann legen Sie es sich auf die Zunge.

Wie fühlt sich die Schokolade an?

Schieben Sie das Stück im Mund hin und her und schmecken Sie die einzelnen Nuancen. Lassen Sie sich die Schokolade auf der Zunge zergehen. Versuchen Sie das Stück solange im Mund zu behalten wie es geht.

Mmmmmh.

Mal ganz ehrlich ist das nicht ein herrliches Geschmackserlebnis?

Wenn Sie Ihre Schokolade so richtig genießen, haben Sie zum einen länger etwas davon, und schon der Genuß alleine tut Ihre Seele gut und zum anderen setzen sich auch die Kalorien nicht so schnell an, da man automatisch weniger isst.

Und das Motte zu „Lieben Sie Schokolade?“: Genießen ohne Reue! 😉